Glas ist nicht gleich Glas

Aber in die Sammelcontainer für Altglas gehört lange nicht alles, was aus Glas gemacht ist. Die Altglascontainer werden von den Dualen Systemen aufgestellt, über die seit 1993 Verkaufsverpackungen erfasst werden. Vom Haushalt sind diese Glasverpackungen dann zu entsor­gen, wenn der Inhalt dieser Flaschen und Gläser aufgebraucht wurde. Daher ist klar, Fenster- und Türglas gehören nicht in die Altglascontai­ner. Denn bei ihnen handelt es sich ganz sicher nicht um Verpackungen. Außerdem ist die Zusammensetzung dieses Fensterglases eine andere als die der Sektflasche. Aber auch Kristall- und Bleiglas sowie hitzebe­ständiges Glas sind wegen ihrer Bestandteile nicht korrekt entsorgt in den Depotcontainern, die an 113 Stellen im Kreisgebiet aufgestellt sind.

In die farbgetrennten Sammelcontainer gehören also die Glasflaschen von Getränken, sowie Marmeladen- und Konservengläser, aber auch Parfümflakons. In jedem Fall sind die Glasverpackungen geleert. Nach Farben getrennt landen die Flaschen und Gläser dann im Weiß-, Braun- oder Grünglascontainer. Auch wenn es von außen nicht leicht zu erken­nen ist: Auch im Sammelfahrzeug bleiben die drei Glasfarben dank der Trennwände separiert.

Wohin aber nun beispielsweise mit einem blauen oder roten Flakon, in dem einst das beliebte Parfüm gekauft worden war? Der Grünglascon­tainer ist der Behälter, in den diese (oder andere) andersfarbigen Glas­verpackungen eingeworfen werden können, denn Grünglas „verträgt“ bei der Schmelze gegenüber den anderen Sammelfarben am ehesten Fremdfarbenscherben. In unserem üblichen Weißglascontainer hinge­gen ist schon eine andersfarbige Flasche zu viel.

Ganz anders sieht es mit Flaschen aus, die z.B. aus Steingut oder Por­zellan hergestellt sind: Sie gehören auf keinen Fall in die Altglassamm­lung, obwohl es sich bei ihnen ebenfalls um Verpackungen handelt. Ihr richtiger Entsorgungsweg ist der über den „Gelben Sack“, denn als Ver­packungen gehören sie über die Dualen Systeme entsorgt und der „Gelbe Sack“ ist dann das Sammelgefäß, das fremdartige Verkaufsver­packungen aufnimmt. In einer Sortieranlage wird dieses Material anschließend aussortiert.

In der Wesermarsch sind im Jahr 2016 über 2.362 t an Altglas gesam­melt und in die Verwertung transportiert worden. Das entspricht immer­hin 26,4 kg pro Einwohnerin bzw. Einwohner im Landkreis. Diese Alt­glasmengen sind um die Jahrtausendwende deutlich größer gewesen. Das lag daran, dass viel mehr Flaschen aus Glas über die Sammel­container zu entsorgen waren als heute, denn etliche Einwegflaschen sind heute mit einem Pfand belegt, dessen Rückzahlung nur dann erfolgt, wenn sie auch im Getränkemarkt o.ä. zurückgegeben werden.

Glas ist ein toller Werkstoff, er kann immer wieder eingeschmolzen und zu neuen Flaschen oder Gläsern geformt werden. Und Glas ist ein ide­ales Verpackungsmaterial gerade auch für Lebensmittel, denn seine Wände sind gasdicht und nehmen keinerlei Stoffe auf, die dann wieder in das Lebensmittel abgegeben werden.

Übrigens: Fensterglas kann – zusammen mit den Rahmen – als Restabfall kostenpflichtig z.B. in Brake auf dem Entsorgungszen­trum angeliefert werden.

Zurück