Künstlicher Mineralfasern (KMF)

Künstliche Mineralfasern (alte Mineralwolle) mit der Abfallschlüsselnummer 170603* gehören zu den gefährlichen Abfällen. Der Grund für diese Einstufung ist die Tatsache, dass Mineralfasern bestimmter Größe lungengängig und damit als potentiell krebserregend eingestuft sind. Erst seit dem 1. Juni 2000 ist die Herstellung und Verwendung dieser Künstlichen Mineralwolle verboten.

Neuere KMF bestehen aus anderen Fasern, die nicht "biobeständig" sind und leicht abgebaut werden. Auch muss nicht immer saniert werden, wenn im eigenen Heim Künstliche Mineralfasern eingesetzt sind:

"Eingebaute Dämmwollen müssen nicht entfernt werden, auch nicht aus dem Wohnbereich. Wenn das Material noch intakt und die Dämmmaterialien ordnungsgemäß angebracht wurden, ist die Gefährdung gering. Dies gilt ebenso für Keramikfasern. Vorschriftsmäßig sind Dämmstoffe, wenn sie mit einer Dampfsperre aus Folie abgedeckt sind und hinter einer dichten Verkleidung (zum Beispiel Gipskartonplatten, Holzpaneele) liegen. Auch bei einer Wärmedämmung an der Außenwand oder wenn die Dämmstoffe von einem zweischaligen Mauerwerk umschlossen sind, wurden keine erhöhten Konzentrationen von Mineralfasern im Innenraum festgestellt." *)

Um alle Gesundheitsgefährdungen auszuschließen, sind alle Mineralfaserabfälle, die gegenwärtig und auf absehbare Zeit zur Entsorgung anstehen, als gefährlicher Abfall einzustufen. Denn wenn sie als Abfall anfallen, ist nicht unterscheidbar, ob es sich um herkömmliche, alte KMF oder neue handelt.

*) Bayerisches Landesamt für Umwelt, UmweltWissen - Produkte & Abfall: Künstliche Mineralfasern; Augsburg, Neufassung Februar 2014, S. 7
Verwendung von KMF

An KMF wurden im Jahre 2011 ca. 600.000 t produziert. 95% dieser Herstellungsmenge machten Mineralwollen und textile Glasfasern aus; außerdem gibt es noch Keramik- und Endlosfasern.
Im Wärme- und Schallschutz sind die wesentlichen Anwendungsbereiche hier zu finden:

> in Innenwänden/Leichtbauwänden,
> in Akkustikdecken,
> in Fußböden,
> im Dachausbau,
> für Außenfassaden,
> als Trittschalldämmung unterm Estrich,
> in mineralfaserhaltigem Putz,
> als Wärmedämmung in Rolladenkästen.

[Quelle: www.enius.de/schadstoffe/kmf.html vom 29.01.2015]

KMF-Abfälle entsorgen

Da es aktuell keine Verwertungsverfahren für Künstliche Mineralfasern gibt, müssen sie als Abfall auf der Deponie abgelagert und abgedeckt werden.

Für alle KMF-Abfälle gilt gleichermaßen: Es dürfen weder bei der Beförderung noch beim Entladen Fasern freigesetzt werden. Bitte daher die folgenden Sicherheitshinweise beachten.

> Die Anlieferung von KMF-Abfällen hat grundsätzlich sicher verpackt zu erfolgen. Als Verpackungen sind gut verschließbare Kunstsoffgewebesäcke unterschiedlicher Größe (Big Bags) oder gut verschließbare KMF-Säcke aus PE-Material zu verwenden.

> Die Anlieferung ist auf dem Entsorgungszentrum in Brake möglich - bei Mengen > 0,5 m³ nur hier - und auf den Recyclinghöfen in Lemwerder und Nordenham (< 0,5 m³).

Achten Sie beim Verpacken der Abfälle auch auf Ihre eigene Gesundheit. Benutzen Sie selbst auch Filtermasken und Handschuhe.

Nähere Erläuterungen zur Entsorgung finden Sie im nebenstehenden Informationsblatt. Bei Fragen melden Sie sich beim Entsorgungszentrum telefonisch (04401/9789-0) oder per eMail.