Infos zur Elektro- und Elektronikgeräte- Entsorgung

Elektro- und Elektronikgeräte-Entsorgung
getrennte Erfassung ist vorgeschrieben

Die vom sonstigen Siedlungsabfall getrennte Erfassung von Elektro- und Elektronikgeräten dient dem Umweltschutz und der Ressourcenschonung.
1. Wiederverwendung von Altgeräten

Die Innovationszyklen von Elektrogeräten werden immer kürzer. So werden häufig Geräte ausrangiert, obwohl sie viel zu schade für den Müll sind. Eine Weitergabe an Freunde, entsprechende Händler, Initiativen oder wohltätige Einrichtungen dient der Wiederverwendung, ebenso ein Eintrag in unserem Tausch- und Verschenkmarkt. 8ung: Alle Datenspeicher löschen! Das gilt sowohl für die Weiterverwendung von E-Geräten als auch für die Abgabe zu Verwertung. Das neue ElektroG legt dem Endnutzer die Eigenverantwortung für die Löschung personenbezogener Daten auf.
2. Verwertung von Altgeräten

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz schreibt vor, das pro EinwohnerIn und Jahr ab 2016  45 % der in den vorhergehenden drei Jahren in Verkehr gebrachten Mengen eingesammelt werden müssen, ab 2019 sogar 65 %. Soweit die Geräte oder einzelne Bauteile nicht wieder verwendet werden, müssen je nach Gerät bis 85 Prozent stofflich verwertet, das heißt recycelt werden
3. Die unsachgemäße Entsorgung von Elektro-Altgeräten gefährdet Mensch und Umwelt!

Elektrogeräte bestehen aus ca. 1.000 verschiedenen Substanzen, darunter sind wertvolle Rohstoffe wie Kupfer oder Aluminium, gleichzeitig aber auch umwelt- und gesundheitsgefährdende Stoffe wie Cadmium, Blei, Quecksilber oder polybromhaltige Flammschutzmittel. Mit dem Elektro-Gesetz wird der Einsatz dieser Stoffe in Neugeräten stark eingeschränkt. In einigen Bauteilen jedoch kann heute auf ihre Verwendung noch nicht verzichtet werden. Zudem haben einige Elektrogeräte eine relativ lange Lebensdauer, so dass die derzeit zurückkommenden Altgeräte häufig noch erhebliche Mengen der Schadstoffe enthalten.

Die Abgabe der Elektroaltgeräte des Haushaltes darf nur an 3 Adressaten gehen: Hersteller, Vertreiber (Handel) oder öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger (in der Wesermarsch die Abfallwirtschaft Wesermarsch bzw. die GIB). Gelangen alte Waschmaschinen oder PCs an andere Stellen, ist nicht gewährleistet, dass diese Geräte odnungsgemäß und umweltschonend verwertet werden. Mitunter hört und sieht man immer wieder von der "Verwertung" in außereuropäischen Ländern, bei denen z.B. Elektronikteile über offenem Feuer von den Kunststoffen "befreit" werden. Das und ähnliches muss und soll auch nicht sein.
Außerdem wird das Ziel, 2019 bereits 65% der in den drei vorhergehenden Jahren in Verkehr gebrachten Elektrogeräte zu erfassen, kaum realisierbar, wenn Elektroaltgerätemengen an den offiziellen und einzig zugelassenen Kanälen vorbei entsorgt werden. Denn Firmen, denen die Annahme oder die Verwertung von E-Geräten gar nicht erlaubt ist, werden diese Mengen kaum an die Zentrale Stelle melden. Und aus der Statistik sind die Geräte dann verschwunden.
Beispiele für den Nutzen der getrennten Erfassung:

Leuchtstoffröhren benötigen nur wenig Energie und sind sehr langlebig. Sie enthalten jedoch Quecksilber. Deshalb müssen die Altröhren getrennt von anderen Abfällen und unbeschädigt erfasst werden. Auf diese Weise wird vermieden, dass Quecksilberdämpfe in die Umwelt entweichen. Nur durch eine ordnungsgemäße Entsorgung kann das Quecksilber kontrollierbar entfernt und das Altröhrenglas verwertet werden.

90 Prozent der heute anfallenden Altkühlschränke enthalten Stoffe, die die Ozonschicht schädigen. Infolgedessen müssen Kühlgeräte in speziellen Anlagen behandelt werden. Bei der Verwertung von Kühlschränken werden die problematischen Stoffe wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) abgesaugt und sicher entsorgt. Metalle und Kunststoffe werden recycelt. FCKW-freie Dämmstoffe können z.B. als Ölbindemittel wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.

Herkömmliche Fernsehgeräte und Monitore enthalten Kathodenstrahlröhren, die aufgrund ihrer bleihaltigen Trichtergläser und der schwermetallhaltigen Leuchtstoffe separat zu entsorgen sind. Es gibt inzwischen Aufbereitungsverfahren, mit deren Hilfe die verschiedenen Bestandteile wieder so sauber voneinander trennbar sind, dass die Gläser erneut für die Bildschirmherstellung eingesetzt werden können.

Elektro-Kleingeräte sind so genannte „mülltonnengängige“ Geräte, da ihre Größe kein Hindernis für die Entsorgung in haushaltsüblichen Mülltonnen darstellt. Aufgrund ihrer Umweltrelevanz und ihres Gefährdungspotenzials ist es aber zwingend geboten, auch diese Geräte getrennt zu erfassen und zu behandeln. Beispielsweise ist in alten Toastern immer noch krebserregendes Asbest zu finden, in alten Bügeleisen und Heißwassergeräten sind häufig Quecksilberschalter enthalten

Bitte bei der Abgabe von Elektro-Kleingeräten wie Akuschrauber o.ä. zuvor den Akku vom Gerät trennen und separat in die Batteriesammlung geben.

Ein wesentliches Kernstück des Elektro(nik)gerätegesetzes ist die Vorschrift, diese und weitere gefährliche Substanzen im Behandlungsprozess zu separieren und ordnungsgemäß zu entsorgen. Bereits die gesonderte Erfassung von Geräten mit schadstoffhaltigen Batterien und Akkumulatoren führt dazu, dass die Umwelt erheblich von unkontrolliert freigesetzten Schwermetallen entlastet wird. Sind die Akkus leicht zu entnehmen, z.B. bei Akkuschraubern u.ä., sollen sie getrennt vom Gerät in die Batteriesammlung gegeben werden.

Geräte der Informationstechnologie und der Unterhaltungselektronik enthalten wertvolle Rohstoffe, so z.B. Metalle und hochwertige Kunststoffe, wobei halogenhaltige Flammschutzmittel und schwermetallhaltige Zusatzstoffe in Kunststoffen spezifische Behandlungsverfahren erfordern.

Ein Beispiel für einen Gerätetyp mit besonderen Anforderungen an die Entsorgung ist das Notebook. Die quecksilberhaltige Beleuchtung des Displays, der Akku und diverse kleine Batterien, sowie die Leiterplatten sind im Behandlungsprozess zu separieren. Nur durch eine getrennte Erfassung der Altgeräte ist die Verwertung der hier enthaltenen Edelmetalle möglich.