Infos zur Deponie Brake-Käseburg

Die Deponie in Brake-Käseburg ist die einzige in Betrieb befindliche Deponie im Landkreis Wesermarsch. Hier wurden bis Mitte 2005 alle Abfälle, die nicht verwertet werden können, abgelagert. Seit Juni 2005 dürfen keine unbehandelten Abfälle mehr abgelagert werden. Wurden bis August 2010 in der MBA Osterholz vorbehandelte Abfälle, sog. Deponat, abgelagert, so entfällt dieser Einbau seit September, da der Hausmüll aus der Wesermarsch direkt in die Verbrennungsanlage nach Bremen transportiert wird.
Abgelagert wird im Bauabschnitt Nord - der BA Süd ist bereits rekultiviert - z.Zt. inertes (reaktionsträges) Material.

Die Deponie in Zahlen:
Fläche 4,4 ha
Gesammtvolumen 360.000 Kubikmeter
noch verfügbares Volumen 200.000 Kubikmeter
Laufzeit unbefristet

Solaranlage in Betrieb

Auf dem Betriebsgebäude des Entsorgungszentrums ist Anfang September 2006 eine Solaranlage in Betrieb gegangen, deren 216 Solar-Module (Solar-World SW 165 poly ST) jährlich ca. 31.000 kWh produzieren sollen. Jedes einzelne Modul wiegt - bei einer Größe von 810 x 1601 x 34 mm - 15 kg. Der Strom wird in das Netz der EWE eingespeist. Die Umwandlung des Gleichstroms erfolgt mit sechs Wechselrichtern (Sunways NT 6000). Die Gesamtnennleistung der Anlage beträgt 35,64 kWp.

Auf 5 Teilflächen sind die Module auf einer eloxierten Aluminium-Unterkonstruktion - mit Hinterlüftung - montiert. Die Randbedingungen sind nahezu optimal, denn die Dachneigung beträgt 30 Grad mit exakter Südlage.

Neben dem eingespeisten (und verkauften) Strom erzielt die Anlage einen zusätzlichen Umweltnutzen: Die Stromproduktion mittels Sonne spart jährlich 23 t schädlicher Gase ein, insbesondere Kohlendioxid, die bei herkömmlicher Stromherstellung entstünden.

Bilanz nach elf Jahren:

Zwischen dem 8. September 2006 und dem 13. September 2017 sind von der Solaranlage 381.268 kWh an Strom produziert und ins Netz eingespeist worden (damit ließen sich 123 Zwei-Personen-Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen*). An Kohlenstoffdioxid (auch Kohlendioxid genannt) sind in diesem Zeitraum 219.622 kg eingespart, d.h. nicht in die Luft ausgestoßen worden. Kohlendioxid ist ein wesentlicher Bestandteil der Schadgase, die zum Treibhauseffekt beitragen.

Die Menge an eingespartem CO2 pro kWh ändert sich beständig: Je höher der Anteil des regenerativ erzeugten Stromes am gesamten Stromverbrauch, desto geringer logischerweise der CO2-Anteil, der eingespart werden kann. Wird hingegen mehr Kohlestrom produziert, steigt mithin der CO2-Wert für die durchschnittliche Kilowattstunde - und die Einsparung durch unsere Solaranlage steigt. Aktuell rechnen wir mit 535 g/kWh nach den Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) für 2015 (Schätzung)**.

* Die Energieagentur NRW hat für 2006 pro 2-Personen-Haushalt mit jährlich 3.100 kWh gerechnet, die vom Bundesumweltministerium geförderte Stromsparinitiative hat für 2016 ebenfalls diese durchschnittliche Menge angegeben.
** Entwicklung der spezifischen Kohlendioxid-Emissionen des deutschen Strommix in den Jahren 1990 bis 2015 (Climate change 26/2016), Tabelle 1 [CO2-Emissionsfaktor Strommix]

In-Betriebnahme 8. September 2006

aktuelle Daten vom 10.11.2017:

Gesamtertrag seither:         384.720 kWh
CO2-Einsparung seither:      220.750 kg

Infos zur Sickerwasserkläranlage

Die 1996 in Betrieb gegangene Kläranlage dient der Reinigung des unter dem abgelagerten Abfall aufgefangenen Wassers. Großteils resultiert dieses Wasser aus den Niederschlägen, die durch den Deponiekörper durchsickern und dabei unterschiedlichste Stoffe "mitnehmen".

Aus sechs Brunnen wird das aufgefangene Rohsickerwasser zur Kläranlage gepumpt. Für neun bis zehn Tage wird in der biologischen Reinigungsstufe an der Klärung des Wassers gearbeitet, es schließen sich gut zwei Stunden in der chemisch-physikalischen Stufe an. Den Abschluss bildet ein Aktivkohlefilter. In zwei großen Ablaufspeichern wird das gereinigte Wasser gesammelt, bevor es per Druckleitung in die Weser geleitet wird.

Die Sickerwasserkläranlage in Zahlen:

Tageskapazität 200 m³
Ausgleichspeicher 1.620 m³
Biologische Reinigungsstufe 1.514 m³
Verweildauer 9-10 Tage
Chemisch-Physikalische-Reinigung 20 m³
Verweildauer gute 2 Stunden
Ablaufspeicher 2.800 m³
  BA Süd / BA Nord
Rohsickerwasser                pH-Wert 7,5 / 8,0
CSB 450,0mg/l / 3.300,0mg/l
BSB 50,0mg/l / 120,0mg/l

Die Laborwerte variieren je nach Wetterlage und Jahreszeit.