Frage: Welche Abfälle werden in der Braker Anlage verarbeitet?

Antwort:

Grundsätzlich wird der gesamte Inhalt der braunen Biotonnen aus dem Landkreis Wesermarsch (aktuell ca. 11.000 t pro Jahr) in die Anlage eingebracht. Neben diesem Bioabfall gelangt auch der Grünabfall (ca. 4.000 t/a) in die Vergärungs- und Kompostanlage.

Diese Abfälle werden per Radlader in die Fermenter eingefüllt, in denen die eigentliche Gasproduktion unter anaeroben Bedingungen (Luftabschluss) vonstatten geht.

Frage: Werden Bioabfälle auch aus anderen Landkreisen in die Braker Anlage eingebracht?

Antwort:

Nein, die Anlage ist für die Mengen konzipiert (und beantragt), die im Landkreis Wesermarsch anfallen. Ihre Kapazität deckt mit 15.000 Jahrestonnen genau diese Mengen aus 11.000 Jahrestonnen Bioabfällen und 4.000 Jahrestonnen Grünabfall ab.

Eine Vergrößerung der Anlage ist nicht vorgesehen. In die Halle passen auch nicht mehr als die jetzigen vier Fermenter hinein.

Frage: Werden Gülle und Schlachtabfälle ebenfalls in der Braker Anlage verarbeitet?

Antwort:

Nein, diese Art von Abfällen, die sicherlich in anderen Biogasanlagen zum Einsatz kommt, kann in der Braker Bioabfallvergärungsanlage nicht verarbeitet werden. Hier werden ausschließlich nicht pump- und fließfähige Bioabfälle sowie Gartenabfälle verarbeitet. Gülle und Schlachtabfälle werden in sog. Nassvergärungsanlagen verarbeitet, bei denen eine kontinuierliche Zuführung des Materials zu den Fermentern über Pumpen stattfindet. Die Trockenfermentation in Brake unterscheidet sich dadurch, dass hier diskontinuierlich die Fermenter mittels Radlader befüllt und entladen werden.

Es ist weder vorgesehen noch beantragt, Gülle und/oder Schlachtabfälle einzusetzen.

Frage: Riecht Biogas?

Antwort:

Nein, Gerüche wird man nicht wahrnehmen können. Denn Gerüche entstehen dann, wenn

  • die Bioabfallvergärungsanlage nicht ordnungsgemäße betrieben wird oder
  • wenn geruchbildende Materialien außerhalb der Anlage gelagert werden.


Die Anlieferung des Inhaltes der Biotonnen erfolgt in der geschlossenen Halle, die eigentliche Biogasbildung findet in den geschlossenen Fermentern statt und die Nachrotte wird ebenfalls „eingehaust“ vor sich gehen. Die komplette Anlage wird darüber hinaus an eine Lüftung angeschlossen, bei der die gesamte Luft innerhalb der Hallen mehrmals pro Stunde über Biofilter gereinigt wird.

Das neue Gutachten – erstellt nach der Entscheidung, auch die Nachrotte „einzuhausen“ – belegt, dass die Emissionen nun „auf nahezu Null“ reduziert sind. Bereits in direkter Nähe zu den Biofiltern seien deren Gerüche nicht mehr wahrnehmbar, weiter als 100 Meter würden sie keinesfalls getragen (der Abstand zur ersten Wohnbebauung beträgt 630 Meter, zum Recyclinghof sind es 150 Meter).

Frage: Stinkt die Kompostierung?

Antwort:

Wie bei jeder Kompostierung, auch der im eigenen Garten, zersetzen Mikroorganismen das organische Material. Anders als bei der Biogasbildung benötigen diese Organismen aber Luftsauerstoff, um ihre Arbeit verrichten zu können. Eine gut geführte Kompostierung führt zu einem Kompost, der als „Bodenverbesserer“ eingesetzt werden kann und der wie Erde riecht.

Da die Nachrottehalle, in der die Kompostierung erfolgt, "eingehaust" ist, wird auch diese Luft erst nach einer Reinigung über Biofilter an die Umgebung abgegeben.

Frage: Wer sorgt für den „ordnungsgemäßen“ Betrieb der Braker Anlage?

Antwort:

Den ordnungsgemäßen Betrieb gewährleisten die eingesetzten Mitarbeiter, die alle ausgebildete Ver- und Entsorger sind (jetzt heißt diese Ausbildung: Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft). Die Steuerung und Überwachung der Anlage obliegt Ingenieuren und Meistern, die jahrelange Erfahrung in der Kompostierung (Kompostwerk Rodenkirchen) und Steuertechnik (Sickerwasserkläranlage) vorweisen können. Zusammen mit dem Hersteller der Anlage sind umfangreiche Sicherungsmaßnahmen und –technik geplant und realisiert worden. Die Sicherheitstechnik wird ihrerseits regelmäßig überprüft.

Frage: Kann ein Unfall wie 2005 in Rhadereistedt auch in Brake geschehen?

Die Polizeiinspektion Rotenburg ermittelte: Wirkung mehrerer Ursachen führte zum Unglück:

„Nach dem tödlichen Unfall […] in Rhadereistedt im Landkreis Rotenburg liegen der Polizei jetzt erste Ermittlungsergebnisse des eingeschalteten Chemikers vor, die Rückschlüsse auf die Unfallursache zulassen. Demnach führte eine Verkettung chemischer Reaktionen, deren Wirkung sich aufgrund eines Defektes im Annahmebereich der Biogasanlage entfalten konnte, zu dem tödlichen Unglück, bei dem drei Mitarbeiter der Biogasanlage und ein niederländischer Kraftfahrer starben.“

Im unterirdischen Auffangbehälter habe sich wohl ein Rest der am Vortag angelieferten Stoffe befunden (Molkerei- und tierische Abfallprodukte), der einen niedrigen pH-Wert aufwies. Der dann in den Auffangbehälter abgelassenen „Schweinedünndarmschleim“ sei sehr sulfidhaltig und 60 Grad warm gewesen und habe einen pH-Wert von 8,5 aufgewiesen.

„Bei der Mischung des stark sulfidhaltigen Materials mit dem bereits vorhandenen sauren Abfall bildete sich augenblicklich in dem Vorratsbehälter tödlicher Schwefelwasserstoff in einer extrem hohen Konzentration und verteilte sich in der Halle. Begünstigt wurde dieser Prozess durch die eingeschalteten Rührwerke in der Grube und die hohe Temperatur der abgelassenen Flüssigkeit. Durch den offenen Deckel konnte sich das Gas in der Halle ausbreiten. Die Absaugvorrichtung am Vorratsbehälter war nicht in der Lage, die giftigen Gase nach draußen zum Biofilter abzusaugen.

Schwefelwasserstoff in niedriger Konzentrationen ist stark übel riechend. In hohen Konzentrationen wird es vom Menschen nicht wahrgenommen, es blockiert den Geruchssinn. In sehr hohen Konzentrationen wirkt es tödlich.“

(Quelle: www.presseportal.de)

Antwort:

Nein, die Trockenfermentation in Brake ist eine völlig andere Anlage als die Nassfermentation in Rhadereistedt. Weder tierische Abfallprodukte noch Tierkadaver werden in Brake verarbeitet.

In der Fermenterhalle werden permanent die Schadgaskonzentrationen überwacht, die Luft in der Anliefer-/Anmischhalle wird zweimal pro Stunde getauscht, das entstehende Biogas wird über ein geschlossenes System aus den Fermentern abgezogen und in den BHKW verstromt.

Und auch die Nachrottehalle ist an eine Luftreinigung angeschlossen, so dass auch diese Luft mehrfach pro Stunde getauscht wird.