Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren

Birne, Lampe oder Leuchte?
Umgangssprache und Fachsprache klaffen bei diesen Bezeichnungen auseinander. Das Bild zeigt den Sprachgebrauch der Fachsprache.

[UmweltBundesAmt (UBA): Beleuchtungstechnik mit geringerer Umweltbelastung, 3. Ausgabe, 18. März 2009, S.6]

Sinnvoll ist der Ersatz herkömmlicher Glühlampen durch Energiesparlampen, weil sie deutlich mehr der eingesetzten Energie in Licht umwandeln. Bei der Glüh(faden)lampe werden nur 5% in Licht umgesetzt, 95% verpuffen hingegen als Wärme. Energiesparlampen schaffen es bereits heute, bis zu 25% der eingesetzten Energie in Licht umzuwandeln. Und der Austausch ist einfach, denn die Energiesparlampen werden in unterschiedlichsten Formen für die "Normalfassungen" hergestellt und können daher problemlos in die alten Leuchten eingedreht werden.

Doch was ist eine "Energiesparlampe"? Seit dem 1. September 2010 darf eine Lampe nur dann "Energiesparlampe" heißen, wenn sie - bei gleicher Lichtleistung - 75% weniger Energie aufnimmt als eine Standardglühlampe.

Wie funktionieren Energiesparlampen?

Energiesparlampen sind Kompaktleuchtstofflampen mit eingebautem Vorschaltgeräte und üblicherweise einem Schraubsockel, so dass diese Lampen auch in herkömmlichen Leuchten die Glühlampen ersetzen können. Ihre Funktionsweise ist der einer Leuchtstofflampe vergleichbar, beides sind sog. Gasentladungslampen: Auch hier wird die beim Durchgang der Elektronen durch Quecksilbergas produzierte UV-Strahlung beim Auftreffen auf das mit Leuchtmitteln beschichtete Glas in sichtbares Licht umgewandelt. Einige neu entwicklete Lampen arbeiten auf der Basis von Amalgam, d.h. hier gibt es kein flüssiges Quecksilber.

Wie werden sie verwertet?

Energiesparlampen werden zumeist in einem dieser drei Verfahren zerlegt:

a) Zentrifugal-Separationsverfahren
    produktspezifisches Verfahren, bei dem nur bauartgleiche Lampen
    behandelt werden können

b) Glasbruchwaschverfahren
    eignet sich für große Mengen aller Lampentypen

c) Shredderverfahren
    geeignet für alle Lampenarten, aber weniger hochwertig.

Metalle, Glasfraktionen, Leuchtstoffe und Quecksilber werden verwertet.

Vor dem Hintergrund des europaweiten sog. Glühlampen"verbots" – es wird ja kein Verbot ausgesprochen, sondern es werden Anforderungen an die Effizienz der Produkte gestellt, die die meisten Glühlampen nicht einhalten können – wird die Zahl der Energiesparlampen auch in den privaten Haushalten beträchtlich steigen und damit perspektivisch auch die Anzahl der ausgedienten und zu verwertenden Altlampen.

Wo können Energiesparlampen abgegeben werden?

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Glühlampen („Glühbirne“), die über den Restabfall entsorgt werden, muss die Energiesparlampe, die wegen des eingebauten Vorschaltgerätes insgesamt als Gerät gilt und daher dem ElektroG unterliegt, getrennt vom sonstigen Abfall entsorgt werden.
Energiesparlampen können auf allen Recyclinghöfen in der Wesermarsch kostenfrei abgegeben werden, beim Schadstoffmobil hingegen nicht. Sowohl private Haushalte als auch Betriebe können hier anliefern. Haben Betriebe eine große Anzahl an ausgedienten Altlampen zu entsorgen haben, bringen sie sie nach Brake und rufen vorher beim Recyclinghof an (04401/9789-17), ob noch genügend Kapazität in den Sammelbehältnissen vorhanden ist

Aber auch etliche Geschäfte nehmen Energiesparlampen zurück.
Die aktuelle Liste aller Sammelstellen im Landkreis gibt es hier.

Es ist nur möglich, das giftige Quecksilber aus den Energiesparlampen/ Leuchtstoffröhren zu entfernen, wenn diese unzerstört in der Verwertungsanlage eintreffen. Bei Zerstörung der Röhren verdampft das Quecksilber.

Was tun, wenn die Energiesparlampe zerbrochen ist?

"Machen Sie es so, wie früher beim zerbrochenen Fieberthermometer: Kehren Sie die Bruchstücke vorsichtig mit einem Blatt Papier auf. Tragen Sie dabei Handschuhe.

Packen Sie alle Bruchstücke in eine luftdichte Plastiktüte oder ein Einmachglas. Gut verschließen - und dann zur Sammelstelle [...]. Lüften Sie das betroffene Zimmer für mindestens 20 bis 30 Minuten gut durch. Und: Benutzen Sie keinen Staubsauger, da Quecksilber leicht flüchtig ist."

aus: UBA-Flyer: Bye bye Glühbirne!

Wie funktionieren Leuchtstoffröhren?

In Leuchtstofflampen (Gasentladungslampen) wird Quecksilberdampf durch Elektronenstöße angeregt. Die Quecksilberatome geben UV-Strahlungen ab, die vom Leuchtstoff, der auf das Röhrenglas aufgeschlämmt ist, in sichtbares Licht umgewandelt wird (Lumineszenzprinzip). Je nach Leuchtstoff lassen sich Helligkeit und Lichtfarbe variieren.
[aus: KATALYSE - Das Umweltlexikon]

Wie werden sie verwertet?

Alle separat an den Sammelstellen angelieferten Leuchtstoffröhren (sowie Kompaktleuchtstoff- und Energiesparlampen) werden dort zwischengelagert und anschließend in die Verwertung transportiert.
Dort werden die Kappen der Röhren abgetrennt (sog. Kapp-Trenn-Verfahren, nur für stabförmige Leuchtstofflampen) und geshreddert, der Leuchtstoff wird ausgeblasen. Als verwertbare Materialien fallen an:
- Glasbruch
- Metalle
- Seltene Erd-Leuchtstoffe
- Quecksilber
Als nicht verwertbare Sonderabfälle werden aus diesem Recyclingprozess ausgeschleust:
- Lampenbruch
- Sockelteile und
- Halophosphat-Leuchtstoffe
[www.olav.ccr.de/weitere-informationen/verwertung/kapp-ternn-verfahren.html]

Wo können Leuchtstoffröhren abgegeben werden?

Leuchtstoffröhren können auf allen Recyclinghöfen in der Wesermarsch kostenfrei abgegeben werden, nicht hingegen beim Schadstoffmobil. Betriebe, die eine größere Anzahl an ausgedienten Altlampen zu entsorgen haben, bringen sie nach Brake und rufen vorher beim Recyclinghof an (04401/9789-17), ob noch genügend Kapazität in den Sammelbehältnissen vorhanden ist.

Aber auch etliche Geschäfte nehmen Leuchtstoffröhren zurück.
Die aktuelle Liste aller Sammelstellen im Landkreis gibt es hier.